Sieg des Tageslichts

Aus dem Küchenfenster – die Weglaterne
vor dem morgendlichen Himmel.

Der Moment, in dem das elektrische Licht
sich ausschaltet,

kapituliert vor der größeren Helle des Tages,
und den Versuch aufgibt,

die Welt in seinen Schein zu setzen.
Ende des dunklen Zeitalters.

Festbeleuchtung.
Woher auch immer die kommt.

Sie ist herrlich
und nimmt weiter zu.

Farbe und Geheimnis des Lichts

1.
Ich schaue auf zum Himmel
und er erscheint mir in seiner Farbe.

Aber es ist mir auch
als könnte ich mehr wahrnehmen
als nur diese Farbe.
Oder als geschehe da mehr
als nur Wahrnehmung von Farbe.

Und als wäre dieses Weitere nicht nur das Licht selbst,
wohl aber etwas, das das Licht, zusammen mit der Farbe,
gleichfalls trägt und vermittelt.

Im Wahrnehmen und Erleben des Himmels
mischen sich auf geheimnisvolle Weise
die Farbe als Offenbares und das Geheimnis des Lichts.

2.
Es ist eine Wahrnehmung und es ist ein Erleben,
die zugleich beides sind, sinnlich und übersinnlich.

Und ihnen liegen zu Grunde zwei Hinwendungen zum Himmel,
die augenscheinlich aneinander gekoppelt sind.

Das eine ist die Ausrichtung des Blicks dorthin
und sein Verweilen dort,

das andere die Öffnung des Herzens,
die ein Einströmen des Geheimnisses erlaubt.

Wo zuvor statische Trennung war zwischen hier und dort
ist dann dieses Strömen,

das durch Hier und Dort hindurchgeht
und sie in sich aufnimmt und aufhebt.

3.
Es ist so einfach!

Klärung der Grenze

Früher Morgen. In den Wolken
ein scheues Rosa.

Der Himmel, dahinter und darin,
ist schon anfänglich erleuchtet
und klärt an den Oberkanten der Häuser

die Grenze zwischen dem Bestimmten, Dunklen,
und der Unermesslichkeit,

dem Himmel, dem Bestimmenden.
Dem Licht der Welt.