In der sächsischen Schweiz

Über den mächtigen Felsen – mächtige Wolken.
Jene künden von den entfernten Vergangenheiten,
diese vom Jetzt der Gegenwart.

Sie sind lichtdurchflutet,
jetzt schon wieder anders
und doch beständig in ihrer Monumentalität.

Neuansatz

Auf dem Boden stehen und den Himmel ansehen.
Mit dem Blick in den Wolken, mit den Füßen auf Erden,
nicht mehr um zu verstehen – um begnadet zu werden.

Farbe und Geheimnis des Lichts

1.
Ich schaue auf zum Himmel
und er erscheint mir in seiner Farbe.

Aber es ist mir auch
als könnte ich mehr wahrnehmen
als nur diese Farbe.
Oder als geschehe da mehr
als nur Wahrnehmung von Farbe.

Und als wäre dieses Weitere nicht nur das Licht selbst,
wohl aber etwas, das das Licht, zusammen mit der Farbe,
gleichfalls trägt und vermittelt.

Im Wahrnehmen und Erleben des Himmels
mischen sich auf geheimnisvolle Weise
die Farbe als Offenbares und das Geheimnis des Lichts.

2.
Es ist eine Wahrnehmung und es ist ein Erleben,
die zugleich beides sind, sinnlich und übersinnlich.

Und ihnen liegen zu Grunde zwei Hinwendungen zum Himmel,
die augenscheinlich aneinander gekoppelt sind.

Das eine ist die Ausrichtung des Blicks dorthin
und sein Verweilen dort,

das andere die Öffnung des Herzens,
die ein Einströmen des Geheimnisses erlaubt.

Wo zuvor statische Trennung war zwischen hier und dort
ist dann dieses Strömen,

das durch Hier und Dort hindurchgeht
und sie in sich aufnimmt und aufhebt.

3.
Es ist so einfach!

Klärung der Grenze

Früher Morgen. In den Wolken
ein scheues Rosa.

Der Himmel, dahinter und darin,
ist schon anfänglich erleuchtet
und klärt an den Oberkanten der Häuser

die Grenze zwischen dem Bestimmten, Dunklen,
und der Unermesslichkeit,

dem Himmel, dem Bestimmenden.
Dem Licht der Welt.

Die Kostbarkeiten der Welt des Lichts

Ausfall, Feierabendverkehr. Riesige Banner,
die ganze Gebäudezüge verhängen,
werben für fast nackte Frauen.

Dahinter, viel größer noch und nicht zu verstellen,
prangen mächtige Wolkengebilde
in feinsten Tönen von Grau und Gold.

Die Kostbarkeiten der Welt des Lichts.
Und die Weite des inneren Raums,
wo man davon ergriffen werden kann.

Das Waschen der Wolken

Unten liegen am Morgen die leeren Flaschen,
oben werden die Wolken von innen gewaschen –

entäußert der Farben des künstlichen Lichts,
diese lösen sich ab und zerfallen zu nichts.

Und das Leuchten, das sie jetzt schon als ganze erhellt,
nimmt rasch zu und ergreift auch die irdische Welt.