Wasser trinken und Wolken anschauen –
darauf lässt sich ein menschliches Leben aufbauen.
Also Wolken anschauen und Wasser trinken –
und wach in die Tiefe des Himmels einsinken!
Kategorie: Wolken
In der sächsischen Schweiz
Über den mächtigen Felsen – mächtige Wolken.
Jene künden von den entfernten Vergangenheiten,
diese vom Jetzt der Gegenwart.
Sie sind lichtdurchflutet,
jetzt schon wieder anders
und doch beständig in ihrer Monumentalität.
Neuansatz
Auf dem Boden stehen und den Himmel ansehen.
Mit dem Blick in den Wolken, mit den Füßen auf Erden,
nicht mehr um zu verstehen – um begnadet zu werden.
Das Lachen der Wolken
Ich gehe aus dem Haus,
schaue nach oben
und muss unwillkürlich lachen.
-Was ist so lustig? Der Himmel?
-Nein, der Nicht-Himmel,
die Behauptungen des Nicht-Himmels,
aber ich merke es immer erst später,
im Nachhinein, beim Rausgehen –
am Himmel.
Farbe und Geheimnis des Lichts
1.
Ich schaue auf zum Himmel
und er erscheint mir in seiner Farbe.
Aber es ist mir auch
als könnte ich mehr wahrnehmen
als nur diese Farbe.
Oder als geschehe da mehr
als nur Wahrnehmung von Farbe.
Und als wäre dieses Weitere nicht nur das Licht selbst,
wohl aber etwas, das das Licht, zusammen mit der Farbe,
gleichfalls trägt und vermittelt.
Im Wahrnehmen und Erleben des Himmels
mischen sich auf geheimnisvolle Weise
die Farbe als Offenbares und das Geheimnis des Lichts.
2.
Es ist eine Wahrnehmung und es ist ein Erleben,
die zugleich beides sind, sinnlich und übersinnlich.
Und ihnen liegen zu Grunde zwei Hinwendungen zum Himmel,
die augenscheinlich aneinander gekoppelt sind.
Das eine ist die Ausrichtung des Blicks dorthin
und sein Verweilen dort,
das andere die Öffnung des Herzens,
die ein Einströmen des Geheimnisses erlaubt.
Wo zuvor statische Trennung war zwischen hier und dort
ist dann dieses Strömen,
das durch Hier und Dort hindurchgeht
und sie in sich aufnimmt und aufhebt.
3.
Es ist so einfach!
Das Menschsein sieht mich
Das geht nur im Stande der Poesie,
anders lässt sich das nicht verstehen:
Das Menschsein sieht mich! Indem ich die Wolken
anschaue, werd‘ ich gesehen.
Klärung der Grenze
Früher Morgen. In den Wolken
ein scheues Rosa.
Der Himmel, dahinter und darin,
ist schon anfänglich erleuchtet
und klärt an den Oberkanten der Häuser
die Grenze zwischen dem Bestimmten, Dunklen,
und der Unermesslichkeit,
dem Himmel, dem Bestimmenden.
Dem Licht der Welt.
Das Eine
Das Ergreifen des Wolkenhimmels im Erleben
und das Ergriffensein vom Blick in den Himmel
ist eins.
Die Kostbarkeiten der Welt des Lichts
Ausfall, Feierabendverkehr. Riesige Banner,
die ganze Gebäudezüge verhängen,
werben für fast nackte Frauen.
Dahinter, viel größer noch und nicht zu verstellen,
prangen mächtige Wolkengebilde
in feinsten Tönen von Grau und Gold.
Die Kostbarkeiten der Welt des Lichts.
Und die Weite des inneren Raums,
wo man davon ergriffen werden kann.
Das Waschen der Wolken
Unten liegen am Morgen die leeren Flaschen,
oben werden die Wolken von innen gewaschen –
entäußert der Farben des künstlichen Lichts,
diese lösen sich ab und zerfallen zu nichts.
Und das Leuchten, das sie jetzt schon als ganze erhellt,
nimmt rasch zu und ergreift auch die irdische Welt.