Sokrates und Xantippe

Als das Urteil über Sokrates gesprochen war,
ging dieser zu seiner Frau und berichtete ihr.
Und er sagte, dass er die Stadt verlassen wolle.

„Du glaubst also, dass sie dich töten wollen?“,
entgegnete Xantippe mit skeptischen Gesicht.

„Nein“, sagte Sokrates, „Ich weiß es.“
„Nichts weißt du!“, erwiderte sie,
„Sie werden dir nichts tun! Für wen hältst du dich?“
Sokrates schwieg und schaute sie an.

Dann entrang sich ihm plötzlich ein lautes Lachen,
er klatschte in die Hände, fasste sie bei den Schultern
und küsste ihre Fingerspitzen.

Sokrates blieb also in der Stadt und seine Frau behielt Recht.
Indem er die Angst fallen ließ, konnten sie ihm nichts tun,
und er ging erhöht aus der Angelegenheit hervor.